SALON Sveta goes Clubhouse, Recap: CBD – hip oder high?

Am 3. März haben wir zum ersten SALON Sveta auf Clubhouse zum Thema „CBD – hip oder high?“ geladen – mit dabei waren interessante Guest Speaker und viele Zuhörer, die den Talk mit ihren Fragen bereichert haben. Der zweite SALON Sveta steht schon in den Startlöchern (30. März!) – bevor wir uns diesem widmen, gibt es hier eine Zusammenfassung des ersten Talks.

Unsere Gesprächsrunde:

Moderation: Katharina Florian
… ist selbstständige Kommunikationsberaterin in Wien und betreut das CBD-Startup Sveta seit der ersten Stunde im Bereich PR und Kommunikation. Auch sie nutzt das Potential von CBD, um zu mehr Ruhe – nachts und im Alltag – zu finden.

Gastsprecher: Klaus Hübner
… ist diplomierter Kommunikationsexperte in den Fachbereichen Wissenspublizistik, Naturwissenschaft, Technik, Mind Science und Gesundheit. Seit 2015 ist er ehrenamtliches Vorstandsmitglied des gemeinnützigen Vereins Arge Canna. Cannabis begegnete ihm jedoch schon zuvor – im Studium an der Universität Wien als Dissertationsthema und im Privatleben als Heilmittel einer neuropsychiatrischen Krankheit. Die unzähligen Verbote rings um die Hanfpflanze bewogen Klaus Hübner, sich näher mit dem rechtlichen Hintergrund zu beschäftigen.

Gastsprecher: Martin Pinsger
… ist Facharzt für Orthopädie, Spezialist auf dem Gebiet der Schmerztherapie und Leiter des Schmerzkompetenzzentrums in Bad Vöslau. Er ist Autor des Sachbuchs „Dem Schmerz entkommen: So hilft Ihnen die Cannabis-Therapie. Zum Thema Cannabis und Schmerztherapie fand er erstmals über einen Medizinkongress in Berlin, seitdem macht er sich für den Einsatz der natürlichen Heilpflanze in der Schmerzbehandlung stark.

Gastsprecherin: Svetlana Ilic
… ist ehemalige Medienmanagerin, war im Verlag erfolgreicher Frauenmagazine tätig. Ein Richtungswechsel brachte sie schließlich über Umwege zur Hanfpflanze, die zunächst im Privaten Heilung brachte und schließlich berufliche Wege kreuzte: Svetlana ist heute ehrenamtliches Vorstandsmitglied der Arge Canna und Gründerin eines eigenen CBD-Startups, das sich der hohen, geprüften Qualität von CBD-Produkten verschrieben hat: Sveta.

Gastsprecher: Uwe Reimer
… aus Deutschland. Er ist selbst „Hanf-Unternehmer“ und setzt sich aktiv für die Legalisierung von Cannabis ein. Er ist immer wieder Teil diverser Konferenzen zum Thema.


Salon Sveta goes Clubhouse: Der Talk über CBD - hip oder high? zusammengefasst

Katharina: Bei CBD Produkten am freien Markt geht es auch um Selbstmedikation: Wie wirkt CBD und wie soll man das selbst dosieren?

Dem Schmerz entkommen: Cannabis-Therapie, Dr. Martin Pinsger, Dr. Thomas Hartl
„Dem Schmerz entkommen“: Dr. Martin Pinsger erklärt, wie die Therapie mit Cannabis bei chronischen Schmerzen helfen kann.

Svetlana: Ich bin Patientenberaterin, bei medizinischen Verschreibungen verweise ich aber an Ärzte. Wenn es nur um Schlafstörungen, Menstruationsbeschwerden geht empfehle ich, klein zu beginnen und die Dosierung je nach Beschwerden einzuschleifen.

Martin: Das beginnt schon bei der Unterscheidung zwischen THC und CBD. THC Ist die starke Schwester und CBD der sanfte Bruder. Die Wirkung des CBD beträgt nur 10% des THC – man kann diese aber nicht steigern. Je nach Beschwerden therapiert man dann mit CBD oder THC. Bei höheren Dosen, die mehr kosten, sollten die Krankenkassen helfen. Ich habe z. B. einige Rheumapatienten, bei denen diese Schmerztherapie sehr gut greift. Es ist in der Bevölkerung noch nicht angekommen, wie viel man machen kann damit.

Barbora (Gast): Mögliche negative Auswirkungen von CBD – kann das beim Autofahren wirken oder können da Drogentest positiv ausschlagen?

Martin: Nebenwirkungen gibt es schon, aber nur bei höherer Dosierung: 5 % bis 10 % sind okay, 24 % bis 30 % sind bereits zu viel. Ab 100 mg kann die Leber induziert werden, etwa bei älteren Patienten in Pflegeheimen.

Svetlana: CBD ist wie alkoholfreies Bier und THC ist Alkohol. CBD entspannt seelisch und senkt den Blutdruck, das kann dazu führen, dass man etwas down ist. Ad Fahrkontrollen: Bei Alkohol sind es 0,5 %, bei CBD gibt es keine prozentuellen Regelungen. Reste von THC kann man sogar nach 3 Tagen noch im Blut finden – und dann verliert man den Führerschein.

Klaus: Achtung – wegen der Leber und, weil es Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten geben kann. Das gilt vornehmlich für Personen mit vielen Krankheiten, die schon angeschlagen sind. Man sollte sich nicht vor winzigen Gehalten von CBD und THC scheuen – bei normaler Einnahme ist das nicht so hoch im Blut vorhanden und eine Führerscheinabnahme ist nicht gerechtfertigt. Im Zweifelsfall immer zu reinem CBD greifen.

Barbora (Gast): Bei durchgestandener Lebererkrankung, sollte man das vorab klären?

Martin: Man muss nicht aufhören, aber auf jeden Fall die Dosis im Auge behalten und immer nachfragen, das ist wichtig.

Daniel (Gast): CBD in einer Qualität und auf einem Konsumlevel, wo es funktioniert, ist kein Spielzeug mehr. Sollte es nicht doch unter Rezeptpflicht gestellt werden?

Svetlana: Ich bin für eine Regulierung. In Österreich ist CBD derzeit ein Aromaprodukt und daher darf man keine Einnahmeempfehlung geben. 

Klaus: Die Rezeptpflicht ist etwas Wünschenswertes. Das würde bedeuten, dass es reglementiert werden könnte. Es ist auch kein Suchtmittel, daher besteht kein Anlass, es unter Suchtgift-Rezeptpflicht zu stellen. Es wäre ein Bereicherung, wenn es eine Rezeptpflicht gäbe hierfür. Am freien Markt gilt: Dank des EuGH darf man CBD Produkte als Novel Food verkaufen, das brächte sie in den Status eines Nahrungsmittels. Das würde für Produktsicherheit sorgen. Damit könnten diese als Lifestyleprodukte verkauft werden können, die ärztliche Verschreibung gäbe es dann im höheren Dosierungsbereich. 

Daniel (Gast): Was gut wäre: Eine unabhängige Qualitätssicherungsinstanz. Viele Produkte und ihre Inhalte sind mehr als dubios. Das hilft der Sache auch überhaupt nicht. Eine Regulierung wäre nicht blöd.

AC Tropfen der Arge Canna
AC Tropfen der Arge Canna

Klaus: Genau deshalb gibt es das gemeinnützige ARGE CANNA Gütesiegel, das auch sehr transparent ist – online sind diese einsehbar mit Gutachten unterlegt. Sveta ist als Marke auch Trägerin dieses Gütesiegels.

Svetlana: Als ich anfing, Produkte zu kaufen, wollte ich eine wasserlösliche Alternative aus der Schweiz. Und die ist glatt durchgefallen, weil verkeimt. Der zweite ließ es zertifizieren und meinte, es sind 6 % – und dann waren es drei. Kontrolle ist auf jeden Fall notwendig. Daher hab ich Sveta gegründet, damit es etwas gibt, das gut ist.

Gastfrage von Andreas: Meine Mama leidet unter einem Wirbeleinbruch und nimmt seit fünf Jahren Morphium. Würdet ihr sagen, dass für sie Cannabis in Frage käme?

© Geli Goldmann

Martin: Das Cannabinoid sollte zuerst verschrieben werden, als Arzt bist du jedoch dazu verpflichtet, ALLES andere vorher zu verschreiben. Warum gibt man den Leuten zuerst Morphium, bevor man ihnen Cannabis gibt? In Österreich gibt es viele Unglückliche, in den USA viele Tote.

Svetlana: Ich habe eine Dame, die intravinös Morphium kriegt. Dank CBD kommt sie nun mit der halben Dosis an Morphium aus, die sie in Kombination mit meinen 15 %-igen CBD-Tropfen nimmt – sie hat weniger Schmerzen, wie sie mir erzählt. Ihr Mann hat vom vielen Liegen offene Stellen. Meine Salbe hat geholfen, seine Haut zu heilen.

Klaus: THC ist ein Katalysator für die Opioide: wenn man die gemeinsam nimmt, braucht man weniger Opioide, was deren Nebenwirkungen auch reduziert. Es sind keine organ- oder zellschädigenden Wirkungen nachgewiesen worden.

Gastfrage von Manfred: Ich habe einen Teenager zuhause, der nach einem Jahr Homeschooling entnervt ist, Angstzustände hat … Könnten da CBD Produkte helfen und gibt es ein Mindestalter?

Svetlana: CBD kann jeder nehmen. Aus psychischen Gründen haben wir bei meinem Enkel eine geringe Dosis versucht und es hat ihm wirklich geholfen, ohne ihn zu beeinträchtigen. Man wollte ihm schon dieses sehr starke Beruhigungsmittel geben.

Klaus: Auf der Zellebene ist es ungefährlich. Die Dosierung sollte aber auf jeden Fall gering sein und auf keinen Fall über 50 mg pro Tag.

Gasteinwurf von Ulrike: Ich habe eine Tochter im Teenageralter und ich hab ihr die CBD Tropfen gegeben, wenn sie depressiv war. Auch bei Regelschmerzen, Sodbrennen und Magenschmerzen funktionieren sie wunderbar.

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Die Hanfpflanze – ein grünes Wunder aus der Erde!

Gastfrage von Gert: Wie ist das mit der Dosierung: Da gibt es ja verschiedene Prozentangaben in den Tropfen – was hat es damit auf sich und wie wird das empfohlen?

Klaus: Je höher die Dosierung, desto stärker die Wirkung. Man ist noch immer sehr abhängig von Selbstversuchen. Da gibt es eine sehr große Schwankungsbreite, bei manchen wirkt es schnell, bei manchen gar nicht. Man muss sich keine großen Gedanken machen, wenn man keine Verschreibung von einem Arzt bekommt – hier helfen durchaus Selbstversuche.

Gastfrage von Gert: An Svetlana: Gibt es da einen Beipackzettel, Anwendungshinweise?

Svetlana: In Österreich dürfen wir keine Anwendungshinweise geben. Es gibt jedoch Informationsunterlagen der Arge Canna, die ich meinen Artikeln beilege.

Klaus: Erst kürzlich wurde eine Studie über Migräne publiziert, die gezeigt hat, dass CBD zu signifikanten Verbesserungen der Beschwerden führt. Das Lächerliche: Kopfschmerztabletten bekommt man in Österreich over-the-counter, haben jedoch sehr viele Nebenwirkungen, darunter Magenschmerzen, Leberschäden, Nierenversagen, Hirnschlag … Bei CBD gibt es das gar nicht., hier ist nichts bekannt. 

Moderation Katharina: Was wünscht ihr euch für die Zukunft in Hinblick auf CBD?

Sveta CBD Vollspektrum Öl und CBD Hanfblüten aus Österreich
Sveta CBD Vollspektrum Öl und CBD Hanfblüten aus Österreich

Klaus: Ich werde Cannabis mein ganzes Leben lang dankbar sein, weil es mir sehr geholfen hat. Ein Paradigmenwechsel ist nötig – wir müssen zur Natur zurückkehren. Das würde ich mir wünschen und das ist auch gut schon im Gange. Ich sehe hier eine große Zukunft für THC und CBD.

Martin: Ich bin froh, dass ich mit dem Verfassen meines Buches nach vorne gegangen bin und den Apparat der Blockaden, was Cannabis in der Schmerztherapie anbelangt, umgehe. Es hat sich ausgezahlt.

Uwe: Ich möchte die Aussage von Klaus ergänzen: Das Gesamtpotential der Hanfpflanze ist großartig. Nicht nur medizinal betrachtet. Sie hat das Potential, unsere Welt noch zu retten. 

Svetlana: Ich bin eine absolute Hanfliebhaberin, ich hatte ein Burnout und einen Bandscheibenvorfall und Cannabis hat mir hier sehr geholfen. Leider noch stigmatisiert, ist die Hanfpflanze jedoch weit mehr als die Blüte – man kann Öl, Textilien u. v. m. daraus machen. Eine absolute Wunderpflanze!

 


 

Der zweite SALON Sveta auf Clubhouse findet am 30. März 2021 um 19:00 Uhr statt. Sveta Gründerin Svetlana Ilic und Moderatorin Katharina Florian sprechen mit Suchtexpertin Gabriele Gottwald-Nathaniel und Klaus Hübner, ehrenamtliches Arge Canna Vorstandsmitglied, über das Thema „Die Flucht in die Sucht“. Seid dabei, redet mit, hört zu – wir freuen uns auf euch! Mehr dazu erfahrt ihr in unserer Facebook Veranstaltung.